Lost Land: Die Erste Nacht

lostland_dieerstenachtInhalt: Eine Katastrophe, deren Ursache niemand kennt. Eine Enklave, in der sich die letzten Überlebenden verschanzt haben. Ein riesiges Niemandsland, das von Untoten bevölkert wird. Zwei Brüder, die einander Feind sind. Ein junges Mädchen, das den einen bewundert und den anderen liebt. Menschen, die von Freiheit und Zukunft träumen – in einer Welt, die zerstört ist.

Allgemein: Der Einstieg in Lost Land fiel mir echt sehr leicht, denn zu Beginn werden die Ereignisse der Ersten Nacht erklärt und man erhält einen Einblick in das Leben der verbliebenen Bürger. Durch die Folgen der Ersten Nacht, in der Tausende von lebenden Toten die Menschheit überrumpelt haben, hat sich das Leben der Menschen grundlegend verändert. So wurde Mountainside errichtet, eine Stadt umgeben von Zombie-Schutzzäunen und vielen anderen Neuerungen, die aufgrund der Zombies nun notwendig geworden sind. So fand ich es sehr interessant, dass zu Beginn die verschiedenen Berufe der Bürger vorgestellt wurden und welchen Sinn und Zweck diese für die Gesellschaft haben. So gibt es zum Beispiel Künstler, die auf Anfrage Portraits und Sammelkarten vermisster Personen anfertigen, damit Kopfgeldjäger anhand zombiefizierter Zeichnungen die lebenden Toten identifizieren und beseitigen können. Trotz des einfachen Einstiegs fällt dieser meiner Meinung nach viel zu lange aus, denn bis zur Hälfte des Buches passieren keine nennenswerten spannenden Ereignisse. Doch danach erhält der Leser einen richtig packenden Endzeit-Jugend-Roman, der von Kapitel zu Kapitel immer besser und spannender wird und am Ende definitiv seinen emotionalen Höhepunkt erreicht. Das Ende macht verdammt Lust auf mehr und ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil der Reihe, der noch diesen Sommer hier in Deutschland erscheint.

Charaktere: Der Hauptcharakter Benjamin Imuri ist ein sehr leichtgläubiger und junger 15-Jähriger, dessen Herz jedoch trotzdem am rechten Fleck ist. Nachdem er bei der Ersten Nacht seine Eltern verloren hat, lebt er nun mit seinem Bruder Tom zusammen. Benny weiß nicht genau, was Tom eigentlich beruflich macht, denn sein Bruder antwortet nicht auf seine neugierigen Fragen. In der Stadt erzählen die Leute, dass er ein berühmter Kopfgeldjäger sei. Doch als Tom ihn mal mit ins Leichenland nimmt, wird er eines Besseren belehrt.

Tom Imuri kümmert sich sein ganzes Leben lang schon um Benjamin, denn seit der Ersten Nacht, inder Mutter und Vater umgekommen sind, steht er alleine auf den Beinen und muss sich um die beiden kümmern und sorgen. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er mit den Tausenden Zombies, die hinter dem Zaun der Stadt umherwandern. Er ist so, wie nun einmal große Brüder sind: fürsorglich, besser-wissend und rechthaberisch.

Die beiden Charaktere habe ich bereits zu Beginn sehr ins Herz geschlossen, denn jeder der beiden hat eine eigene Persönlichkeit und die Geschichte, die die beiden miteinander verbindet, ist wirklich sehr mitreisend. Die kleinen Streitereien der Beiden sind typische großer und kleiner Bruder-Angelegenheiten. Der eine sagt was und der andere spricht dagegen, der Klappentext ist hier echt irreführend.

Stil & Aufbau: Die Handlung rund um Lost Land wird aus der Sicht von Benjamin Imuri geschildert und durchlebt. Trotz der im Buch überwiegend spannenden Handlung schafft es der Autor immer wieder, den Leser zum Schmunzeln zu bringen. Dies ist vor allem der zu Beginn sehr pubertären Art von Benny zu verdanken, die sich im Verlauf des Buches jedoch verändert. Der Autor schafft es, anders als in den meisten Zombie-Büchern, die Untoten in einem anderen Licht darzustellen. Sie waren alle mal Menschen, Menschen mit Gefühl und Familie. Menschen, wie du und ich. Und diese Erkenntnis zieht sich durch das ganze Buch und spiegelt sich auch in Bennys und Toms Entscheidungen wieder. Sinnloses Zombieabschlachten wird man in Lost Land größtenteils nicht vorfinden, trotz all dem wird die Spannung hier sehr hoch gehalten und es kommt keine Langeweile auf.

Fazit: Lost Land: Die Erste Nacht ist ein spannender Endzeit-Jugend-Roman, der mit einer doch untypischen, aber einzigartigen Handlung überzeugt und den Leser in eine Welt voller innovativer Ideen, Zombies und Auftragskiller führt, die den beiden Hauptcharakteren Benny und Tom das Leben schwer machen. Einen kleinen Abzug gibt es wegen dem zu langem Einstieg in die Geschichte, die sich danach jedoch wunderbar entfaltet und definitiv überzeugt.

 

4Federn

 
 

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